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Bote der Urschweiz 15.03.2008 Version imprimable Suggérer par mail

Hilft Hanf gegen Feuerbrand?

Feuerbrand muss gemeldet werden. Wie bekämpft man Feuerbrand? Beim Vortragsabend des Obstbauvereins Küssnacht am Rigi (SH) gab es einen Lösungsansatz zu hören. Allerdings ist dieser gesetzlich nicht bewilligt.
Von Christian Ballat

Küssnacht. – Als Jean-Pierre Egger mit über halbstündiger Verspätung zu seinem Referat über das durch seine Firma vertriebene Mittel ausholte, warf er grosse Worte in die Runde. Der Feuerbrand in Küssnacht habe nicht die Ausmasse wie am Bodensee, aber man wisse nicht, wann die Tsunamiwelle auch den Kanton Schwyz erreiche. Sein Produkt, ein Absud aus Hanfblüten, sei eine Heilpflanze, die auch dem Feuerbrand Herr werde. Rechtliche Bedenken räumte er gleich zu Beginn aus: «Hanf ist legal. Hierzulande werden Sachen erzählt, die sogar Protestanten das Kreuz schlagen lassen.» Und weiter: «Hanf ist eine Gottespflanze und Quelle des Lebens.»

Erfahrungen aus der Praxis
Da der Hauptreferent nicht den ganzen Abend alleine bestreiten wollte, brachte er Verstärkung mit. Die Herren Schilliger, Ullmann und Rechsteiner sind alles Obstbauern aus dem vom Feuerbrand stark betroffenen Bodenseeraum. Sie selbst hatten, wie sie nacheinander erzählten, mit der heimtückischen Krankheit zu kämpfen. Nach einem trotz konventionellen Spritz- und Schnitttechniken Totalausfall der Holunderbeerenernte liess sich der Flawiler Bauer Schilliger auf eine Versuchsreihe mit dem Hanfabsud ein. Die richtige Kombination von Absud und herkömmlichen Mitteln führte zum Erfolg. «Die Bäume blieben grüner bis zur Ernte, die Blätter frischer, ich konnte wieder ernten.» Der Thurgauer Obstbauer Rechsteiner brachte als Geschenk Äpfel und Süssmost mit ins Rigidorf. Er hat einen Biobetrieb und riskierte es, den Hanfabsud als Unterstützung zum konventionellen Spritzmittel einzusetzen. Nachbarbetriebe hatten Feuerbrand und teilweise Totalausfälle. Er selbst aber konnte gut ernten. Mittlerweile stehe die Bio-Zertifizierung für dieses Produkt kurz vor dem Abschluss.

Todesurteil aufgehoben
Aufhorchen liess Elmar Ullmann aus Eschenz am Untersee. Er fällte von der Kontrollstelle markierte Bäume nicht sofort, sondern behandelte sie mit dem Hanfabsud. Einen Monat nach dem Todesurteil stellte er fest, dass die Äpfel eine gesunde wachsige Schicht hatten, die Blätter wieder grüner wurden und die Triebe wieder ihren Wachstum aufgenommen hatten. Eine Nachinspektion durch die kantonalen Kontrolleure stellte fest, dass diese Bäume nun nicht mehr gefällt werden mussten. Jean-Pierre Egger stimmte darauf hin wiederholt ein Loblied auf sein Hanfprodukt an. Er betonte aber auch immer, dass jeder Bauer selber fähig sei, dieses herzustellen, und gab sogar das Rezept preis. «Die Schweiz ist das einzige Land der Welt, das diese Hanfpflanze noch anbaut.» Er sieht darin eine grosse Zukunft. Wenn der Absud nur genutzt werde, um herkömmliche Fungizide zu strecken, würde der Boden für den Hanfanbau in der Schweiz nicht ausreichen, sollte der Rest der Welt hinter die Kraft dieser Heilpflanze kommen. «Die Nachfrage steigt stetig an.» Die vorgerückte Zeit verhinderte eine offene Diskussion, gerade mal zwei kurze Fragen kamen aus dem Publikum.


 

 
 
 
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