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"Hanf ist nicht gleich Hanf"

BIRRHARD - Thomas Niederberger baut auf rund 70 Aren Futterhanf an. Ein Projekt mit Zukunft.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Birrhard ist nicht zum Kifferparadies mutiert. Zwar kann man Futterhanf rauchen. Allerdings dürfte sich kein Rausch einstellen, höchstens Übelkeit. Und dennoch: Dieser Hanf ist äusserst wertvoll.

Es ist ein Vorurteil, das sich vermutlich noch lange halten wird. Wer immer mit dem grünen Kraut zu tun hat, auf den wird mit dem Finger gezeigt. Zumindest hinter dem Rücken. Dass dies unbegründet ist, zeigt ein Besuch bei dem Birreter Landwirt Thomas Niederberger, der auf insgesamt rund 70 Aren so genannten sativa Non-Indica beziehungsweise mitteleuropäischen Bauernhanf angepflanzt hat.

Das Endprodukt ist nicht etwa Rauchware, sondern Futter für Tiere. Zusammengepresst zu kleinen Würfeln (Pellets), dienen sie verschiedenen Nutztieren als Futterzusatz und wirken aufgrund ihres hohen Nährwertgehalts wie Vitamintabletten.

Neue Einnahmequelle
Für Niederberger ist es der erste Versuch mit Futterhanf; sozusagen als Ersatz für den Mais, den er bisher auf dem Feld angepflanzt hat. Keine schlechte Entscheidung, wie sich bisher herausstellt hat. «Der Hanf ist eine sehr resistente Pflanze», sagt er. Bisher musste Niederberger noch kein einziges Mal mit Chemie nachhelfen, und trotzdem präsentieren sich die inzwischen bis zu zwei Meter hohen Pflanzen kerngesund: Keine Krankheiten, keine Schädlinge.

Ziel seines Hanf-Versuchs ist ein wirtschaftliches. Niederberger arbeitet derzeit 100 Prozent als Informatiker in Zürich, der landwirtschaftliche Betrieb wird im Nebenerwerb geführt. Zumindest bisher. Weil auf dem Feld mit konventionellen Methoden längst nicht mehr so viel zu verdienen ist wie früher, ist er ständig auf der Suche nach neuen Einnahmequellen – schliesslich ist es sein Ziel, einmal nur noch reduziert auswärts arbeiten zu müssen. Wie viel der Hanf unter dem Strich letztlich abwirft, ist noch nicht absehbar. Klar ist nur, mehr als eine Mais-Ernte dürfte es allemal sein.

Hanf bietet aber nicht nur wirtschaftliche Vorteile. Die fasrigen und klebrigen Grünpflanzen haben als Schutzpflanze auf dem Feld auch einen überaus positiven Effekt auf alle Gewächse herum. Beispielsweise hatte Niederberger mitten im Hanffeld Kabis für Sauerkraut gepflanzt. Und erstaunlicherweise musste er, nachdem der Hanf den Kabis überragt hatte, kein einziges Mal Insektizid einsetzen. Doch damit nicht genug. Derzeit liegt unmittelbar neben dem Hanf ein Feld mit Eiweiss-Erbsen.

Und auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Erbsen-Studen sind überraschend gesund, keine Krankheiten, keine Läuse. «Natürlich sind das vorläufige Erfahrungen», sagt Niederberger. Und dennoch: Hanf ist fernab vom Drogenklischee eine überaus wertvolle Pflanze. Beispielsweise findet sie immer häufiger in der Nahrungsmittelherstellung Verwendung, in der Gesundheit, der Körperpflege oder der Textilbranche. Ist es also definitiv an der Zeit, den Hanf zu rehabilitieren?

«Renaissance des Lebenskrauts
Tatsache ist: Es ist legal, Hanf zu landwirtschaftlichen Zwecken anzubauen. Dies zu kritisieren oder gar zu verteufeln, darf ruhig als naiv bezeichnet werden. Schliesslich, sagt Niederberger, sei aus Obst auch Alkohol zu gewinnen, deswegen würden Apfelbäume noch längst nicht verboten. Marihuana und Haschisch interessieren ihn nicht, Hanf ist für ihn eine reine Nutzpflanze. Niederberger macht damit möglicherweise einen mutigen Schritt in eine Zukunft, in der auch in unseren Breitengraden das einst so verbreitete Lebens- und Heilkraut eine verdiente Renaissance erlebt. (mz/doe)

 
 
 
Hasen mit Hanf
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