Sorten-Katalog Version imprimable Suggérer par mail
Merkblatt für die Bauern

Ist es wahr, dass nur jene Hanfsorten angebaut werden dürfen, die im Sorten-Katalog des BLW aufgelistet sind?

Nein, das ist laut geltender Gesetzgebung nicht wahr, es darf auch die heimische Hanfsorte angebaut werden. Laut geltender Gesetzgebung kann auch, obwohl er nicht im Sortenkatalog ist, der heimische Agrar- und Industriehanf, alias Bauernhanf (sativa non-indica) - eine traditionelle Landsorte - angebaut werden.

Das schweizerische Landwirtschaftsgesetz (LwG) vom 29. April 1998 schützt die alten und heimischen Pflanzensorten:

Die biologische Vielfalt ist zu erhalten. Mit der Unterzeichnung der Rio-Konvention hat sich die Schweiz verpflichtet, die biologische Vielfalt seiner Nutzpflanzen zu erhalten. Die Forschungsanstalten erhalten die genetischen Ressourcen einheimischer Kulturpflanzen. Alte Landsorten sollen erhalten bleiben. Dies setzt voraus, dass Landsorten angebaut werden. Sofern notwendig, sollen dafür Beiträge ausgerichtet werden“ (Auszüge, Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zur Reform der Agrarpolitik vom 26. Juni 1996, Bundesblatt 1996, Bd.IV, S.16, 26, 268, 271).

Heimisches Saatgut

Der Verein Schweizer (Bauern)Hanffreunde/innen (VSHF) vertreibt gleich bleibendes, heimisches Saatgut seit 1993. Es handelt sich um die traditionelle Lokalsorte (sativa non-indica, zweihäusig) – im 2. Weltkrieg noch obligatorisch angebaut; Wahlen-Anbauschlacht-Plan - und zudem ein Ökotyp, der immer in der Schweiz existiert hat und als solche in Ballenberg aufgenommen worden ist (siehe weitere Informationen).

Sorten-Katalog

Erlassen am 7. Dezember 1998, wird der Saatgut-Katalog begründet mit der Pflicht des Staates, besonders im Hinblick auf die Gentechnologie, das ‚moderne' und zukünftige Saatgut kontrollieren zu können.

Der Sorten-Katalog ist eine Auflistung des neu (ab 1995) auf den Markt gekommenen Saatguts von vier Hauptkulturen:
1. Getreide (Hafer, Gerste, Roggen, Dinkel, Mais)
2. Kartoffeln
3. Futterpflanzen (Gräser, Leguminosen, andere Arten)
4. Öl- und Faserpflanzen

Erfasst ist das Saatgut von Pflanzensorten, die ‚modern' oder nicht heimisch sind oder in der Schweiz nicht angebaut werden . In Sachen Hanf wurden französische Sorten und solche aus den Oststaaten im Sortenkatalog aufgenommen (siehe weitere Informationen). Für diese Sorten war eine Kontrolle nötig (siehe weitere Informationen).

Heimischer (Futter)Hanf

Was den heimischen Hanf anbelangt war die Angelegenheit noch einfacher, denn kraft Artikel 47 und 48 der EVD-Verordnung (Originalfassung vom 7. Januar 1998), wurde der Hanf grosszügig behandelt, es wurden punkto Aufnahme in den Sorten-Katalog keine Anforderungen gestellt und die Produktion des Hanfsaatguts wurde der Verantwortung des Züchters überlassen. Es brauchte das Hanfsaatgut nicht einmal anerkannt zu werden, um in Verkehr gebracht und natürlich auch gekauft und verwendet zu werden (Art.49): „In Abweichung von Artikel 27 kann nicht anerkanntes Hanfsaatgut in Verkehr gebracht werden “.

Das vom VSHF vertriebene Hanfsaatgut brauchte somit keine offizielle Anerkennung, um wie bisher   verwendet und vertrieben zu werden. So wurde es ab 1998 weiterhin – wie schon seit 1993- problemlos an die Bauernschaft verkauft, ohne dass von Seiten der Behörden - zu Recht – jemals reklamiert worden ist.

Zuständige Behörde

Von Seiten der Behörden ist nicht die Strafbehörde zuständig, sondern primär das Bundesamt für Landwirtschaft: „Das Bundesamt vollzieht diese Verordnung und die darauf gestützt erlassenen Verordnungen“ (Art. 50 Saatgutverordnung). Auch seitens des BLW wurde nie und wird auch heute nicht reklamiert.

Am 22. Dezember 1999 wurden Art. 49 und   am 8. März 2002 Art. 48 aufgehoben. Von diesem Zeitpunkt an muss jede neu aufkommende Hanfsorte eine Aufnahmeprüfung bestehen. Das vom VSHF erworbene und nunmehr seit vielen Jahren praktizierte Recht, heimisches Hanfssaatgut zu vertreiben und zu verwenden, bleibt jedoch erhalten.

Eidg. Flächenerhebungsformular für Flächenbeitragsauszahlung

Für Hanf sind zwei Codes vorgesehen: Code 532 steht für „Hanf (BLW-Sorten)“, sprich Sorten aus dem Katalog. Code 533 steht für: „Hanf, andere Sorten“, sprich für den heimischen Bauern- und Futterhanf.

Futtermittelliste des EVD

Im Kapitel 6 ‚Grünfutter und Rauhfutter' ist die Hanfpflanze generell unter dem Stichwort ‚ Kräuter, getrocknet' erwähnt.

 
 
Hasen mit Hanf
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